Eisenbahnfans aus aller Welt kennen sie: Die Schweizer Lokomotiven der Baureihe Ge 6/6, bekannter unter ihrem Spitznamen „Krokodil“, den sie aufgrund ihrer langen Nase bekommen haben. Zwei Fahrzeuge der Baureihe befinden sich im Besitz der Rhätischen Bahn, allerdings kamen diese in den letzten beiden Jahren praktisch nicht mehr zum Einsatz.
Risse in den Radscheiben verbannen Krokodil aufs Abstellgleis
Grund für den zwangsläufigen Stillstand sind Risse, die sich in den Radscheiben gebildet haben. Anfänglich umging die Rhätische Bahn das Problem, indem die intakten Radscheiben beider Lokomotiven auf einer montiert wurden. Es wurde allerdings klar, dass Ersatz beschafft werden muss. Insgesamt 24 neue Radscheiben mussten besorgt werden. Was banal klingt, ist nicht so banal, wie es klingt, denn Ersatzteile werden für die mehr als hundert Jahre alten Lokomotiven nicht mehr hergestellt. Über eine Ausschreibung fand das Eisenbahnunternehmen allerdings einen Lieferanten, der die Radscheiben nach Maß anfertigte. Kostenpunkt: Rund 100.000 Schweizer Franken. Viel Geld, das in den Augen von Mediensprecherin Yvonne Dünser gut investiert ist. Gegenüber SRF sagte sie: „Die Krokodile haben eine grosse Anziehungskraft und viele Fans. Es ist wichtig für die RhB, dass bald wieder beide Krokis im Einsatz sind.“
Zurück auf die Schienen im Jahr 2026
Den Ausfall der beiden Krokodile konnte die Rhätische Bahn durch andere Oldtimerfahrzeuge gut kompensieren. Die Krokodile haben aber besonders viele Fans und so sollen die Lokomotiven ab kommendem Sommer wieder zum Einsatz kommen und Regionalzüge zwischen Davos und Filisur ziehen sowie in der luxuriösen Variante Züge mit Salonwagen und Pianobar zwischen St. Moritz und Davos.
Krokodile erfordern besonderes Fachwissen
Anders als beim Auto unterscheiden sich Lokomotiven stärker voneinander und so benötigt die Rhätische Bahn besonders geschultes Personal zum Steuern der Krokodile, aber auch für deren Unterhalt. Nicht jede Lokführerin oder jeder Lokführer ist in der Lage, die Oldtimerlokomotiven zu steuern. Deshalb bildet die Rhätische Bahn junge Menschen aus, damit diese dazu befähigt werden. So soll sichergestellt werden, dass die historischen Fahrzeuge auch in der Zukunft noch Eisenbahnfans aus aller Welt begeistern können.

