Patrouille Suisse - Northrop F-5E Tiger II von COBI
Patrouille Suisse - Northrop F-5E Tiger II von COBI (Foto: Markus Schäfer)

Die Patrouille Suisse steht seit 1964 für Kunstflug in Schweizer Perfektion. Seit dem Wechsel von der Hunter auf die Tiger im Jahr 1994, finden die Kunstflugvorführungen mit der Northrop F-5E Tiger II statt. Die Maschinen mit der markanten rot-weißen Bemalung repräsentieren die Schweiz seither im In- und Ausland. Nach derzeitigem Stand ist es damit allerdings 2027 zu Ende, wenn die Maschinen ausgemustert werden und die Staffel aus Kostengründen eingestellt werden soll. Für alle, die sich als Erinnerung ein Modell der Tiger in die Wohnung stellen möchten, bietet der polnische Klemmbausteinhersteller Cobi ein Modell im Maßstab 1:48.

Allgemeine Daten

  • Name: Northrop F-5E Tiger
  • Maßstab: 1:48
  • Teilezahl: 351
  • Preis: 39,99€ Liste (im Handel 31,99€)

Unboxing

Nach dem Öffnen der deutlich zu großen Box, fallen einem zwölf Plastiktüten entgegen. Wie bei Cobi leider üblich, könnte man mit etwas weniger Tüten einiges an Plastik sparen. Teilweise sind die enthaltenen Teilemengen nämlich eher gering. Was ebenfalls auffällt, ist das Fehlen einer Bauschrittunterteilung. Diese ist bei 351 Teilen zwar auch nicht nötig, wer bisher nur den dänischen Marktführer gewohnt ist, wird aber wohl etwas überrascht sein. Ebenfalls gewöhnungsbedürftig ist die Anleitung, die zwar übersichtlich ist, die bereits erledigten Bauschritte allerdings komplett ausgraut, was die Orientierung nicht immer einfach macht. Hier wäre ein teilweises Abschwächen der Farben aus meiner Sicht angenehmer.

Bauerfahrung

Zu Beginn baut man die Tragflächen, die aus einer doppelten Schicht von Bausteinen besteht, die auf der unteren Seite nochmals durch dünne Platten verkleidet werden. Das ist zwar am Anfang etwas wackelig, wird aber nach und nach ziemlich stabil, da Cobisteine eine deutlich höhere Klemmkraft als Legosteine haben. Das führt dann aber auch dazu, dass man ein Cobi-Modell nicht mehr auseinanderbauen möchte. Bei den Flugzeugen geht es noch, bei den Schiffen geht eher der Boden kaputt, wenn einem die mal runterfallen. Zudem lässt die Klemmkraft beim Auseinandernehmen deutlich nach, so dass man danach durchaus Stabilitätsprobleme bekommen kann. Auch wenn sich dieses Phänomen in den letzten Jahren gebessert hat, merkt man hier noch deutlich, dass sich Cobi eindeutig mehr dem Modellbau, als dem kreativen Spielen widmet.

Im nächsten Schritt baut man das Heck der Maschine. Mit vielen Baurichtungsumkehrern entsteht ein recht kompakter Block, der im nächsten Schritt an die davor gebauten Flügel angesetzt wird. Beim anschließenden unteren Bugabschnitt, kommen zum ersten mal die „Bügelperlen“ zum Einsatz. Cobi hat, wie auch andere alternative Anbieter, ein breites Sortiment an Baurichtungsumkehrern. Eine Variante sind kleine Teile, die quasi wie Bügelperlen aussehen und mit einem Werkzeug  in die unteren Öffnungen von Steinen und Platten gesetzt werden. Hier kommen eher weniger zum Einsatz, bei anderen Modellen kann das aber auch mal an die 100 heranreichen und etwas nervig werden.

Im Anschluss wird die markante Taille des Tigers gebaut. Da die Maschine noch sehr flach auf dem Boden aufliegt, gibt es hierbei auch keinerlei Probleme.

Die Form des Fliegers ist nun schon sehr deutlich zu erkennen. Nachdem der Rumpf quasi abgeschlossen ist, werden die Seitenteile des Cockpits montiert, die wie alle entsprechenden Teile bedruckt sind, Sticker kommen hier nicht zum Einsatz.

Was noch als markantester Punkt fehlt, ist die Spitze. Diese wird wie bei Cobi üblich durch zwei Formteile gebildet. Hier kommt wieder deutlich zum Vorschein, dass Cobi hier Genauigkeit vor brick built setzt. Danach noch das Fahrwerk, der Tank und der Oberkörper einer Pilotenfigur, zum krönenden Abschluss die Cockpitklappe und das Seitenleitwerk jeweils als Formteil.

Die restlichen Teile werden dann für den ebenfalls enthaltenen Ständer verbraucht, mit dem man das Flugzeug im Flug darstellen kann.

Fazit

Wenn man das fertige Modell vor sich sieht, ist es im großen und ganzen gelungen, allerdings ist die elegant geschwungene Form des Originals nicht unbedingt perfekt umgesetzt und doch auch recht kantig geworden, was zum einen dem Maßstab geschuldet ist (Cobi hat eine große Anzahl an Winkeln, mit denen im größeren Maßstab viel erreicht werden kann), zum andern verstärken die aufgedruckten Seitenstreifen den Eindruck noch, da man die Sprünge am Streifen bestens erkennt. Preislich ist die Maschine ebenfalls nicht gerade billig. Beim Steinepreis landet man bei um die 10 Cent pro Teil. Insgesamt also ein schönes Modell mit gewissen Makeln, ob einem diese den Gesamteindruck verleiden, muss jeder für sich entscheiden.

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