Lindt & Sprüngli
Foto: Lindt & Sprüngli

Die Schweiz beheimatet nicht wenige weltberühmte Unternehmen, die an der Börse gelistet sind. An erster Stelle (gemessen an der Marktkapitalisierung) steht der Nahrungsmittelkonzern Nestlé, gefolgt von den beiden Pharmafirmen Roche und Novartis. Nicht ganz vorne, aber nicht weniger berühmt ist der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt und Sprüngli. Um dessen Aktie soll es an dieser Stelle gehen.

Allerdings ist Schweizwochen.de kein Finanzblog und soll es auch nicht werden. Daher vorab der wichtige Hinweis, dass alle Angaben in diesem Artikel rein der Information dienen und keine Anlageempfehlung sind. Der Autor des Artikels ist nicht in Lindt & Sprüngli investiert, haftet nicht für Verluste und wird an Gewinnen nicht beteiligt.

Lindt & Sprüngli – Vom Handwerksbetrieb zum börsennotierten Weltkonzern

Die Ursprünge von Lindt & Sprüngli gehen auf die beiden einst eigenständigen Schokoladenmanufakturen von Rudolf Sprüngli und Rodolphe Lindt zurück. 1891 übernahm Rudolf Sprüngli-Schifferli die Firma seines Vaters und übernahm einige Jahre später die Schokoladenmanufaktur von Rodolphe Lindt mitsamt dessen Pattent für das eingesetze Conchierverfahren. Die Conche ist auch heute noch immer wieder Bestandteil der Lindt-Werbung.

Die Firma wuchs immer weiter und ging 1986 an die Börse. Die Aktien von Lindt sind ein Stück weit mit den Produkten der Firma zu vergleichen: Es geht um Klasse statt Masse. So kostet eine Aktie von Lindt & Sprüngli (ISIN: CH0010570759) aktuell mehr als 128.000 Euro! Damit gehört der Anteilsschein der Schweizer zu den teuersten Aktien der Welt. Das hat zur Folge, dass die Aktien oft sehr lange im Besitz bleiben und oft sogar von einer Generation zur nächsten vererbt werden. An der Schweizer Börse in Zürich wechseln täglich nur rund 150 Aktien den Besitzer. 70% der lediglich 136.000 existierenden Aktien befinden sich in Streubesitz. Einen Aktiensplit, der die Anzahl der Aktien erhöhen und den Preis damit verbilligen würde, hat das Management bislang stets verhindert. Der hohe Preis ist gewollt. Lindt & Sprüngli versteht sich als Premium-Hersteller und das soll sich auch in der Aktie wiederspiegeln.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 40 ist die Aktie nicht nur absolut teuer. Investoren bewerten die Firma damit deutlich höher als Konkurrenten. Mit anderen Worten: Erst nach 40 Jahren gleichbleibender Gewinne hätte Lindt den Wert seiner Aktien wieder erwirtschaftet.

Jährliche Belohnung für Aktionäre: Ein Koffer voller Schokolade

Für seine Aktionäre hat Lindt & Sprüngli jedes Jahr eine besondere Belohnung parat: Neben der üblichen klassischen Dividendenausschüttung in Form von Geld dürfen sich die Teilhaber über den berühmten Aktionärskoffer freuen. Dieser ist gefüllt mit mehreren Kilogramm der hochwertigen Schokoladenprodukte. Der Wert des Inhalts wird auf rund 300 Euro geschätzt.

Doch abgesehen vom hohen Kaufpreis der Aktie gibt es noch weitere Hürden, um in den Genuss bzw. den Besitz des Koffers zu gelangen: Dieser muss persönlich auf der Jahreshauptversammlung in Zürich abgeholt werden und der Aktionär muss in das Schweizer Aktenregister eingetragen sein. Es reicht also leider nicht aus, bei einem Neobroker wie Trade Republic den Bruchteil einer Lindt-Aktie in seinem Depot zu haben. Aber die gute Nachricht ist: Auch andere Schweizer Aktiengesellschaften warten mit Sachdividenden für ihre Aktionäre auf. Ein Beispiel dafür ist die Jungfraubahn AG. Darüber habe ich einen eigenen Artikel geschrieben.

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