Während es in Deutschland nicht erst seit der Wiedereinführung bereits abgeschaffter Kennzeichen (z.B. durch Fusion nicht mehr vorhandene Landkreise wie Leonberg oder Nürtingen) eine riesige Menge unterschiedlicher regionaler und überregionaler (z.B. „Y“ für die Bundeswehr) KFZ-Kennzeichen gibt, ist die Kennzeichenlandschaft in der Schweiz deutlich überschaubarer. In der Eidgenossenschaft heißen die Blechschilder offiziell Kontrollschilder.

In der Schweiz gibt es 26 regionale Kontrollschilder, d.h. jeder Kanton und Halbkanton hat seine eigene Abkürzung zu Beginn, so wie in Deutschland die Abkürzung für die Stadt bzw. den Landkreis.

Zusammensetzung der Schweizer Autokennzeichen

Die Schweizer Kontrollschilder setzen sich aus der zweistelligen Kantonsabkürzung zusammen, gefolgt von einer ein- bis sechsstelligen Zahl. Ähnlich wie in Deutschland ist es in den letzten Jahren in einigen Kantonen möglich geworden gegen erhöhte Gebühr oder bei einer Versteigerung für bestimmte Kennzeichenkombinationen den Zuschlag zu bekommen. Da Schweizer Kennzeichen – abgesehen von der Kantonsbezeichnung – keine Buchstaben enthalten sind insbesonder niedrige Nummern beliebt. Den höchsten Preis bislang (Stand: Janaur 2024) erziehlte das Autokennzeichen  „ZG 10“, das im Februar 2018 für 233.000 Schweizer Franken versteigert wurde) versteigert wurde.

Wer so viel Geld für ein Kennzeichen ausgibt, der muss sich auch vor hohen Bußgeldern in der Schweiz fürchten, denn diese richten unter Umständen nach dem Einkommen.

Farbige Schweizer KFZ-Kennzeichen:

Neben den Abkürzungen für Kantone gibt es noch schwarze Kennzeichen mit weißer Schrift, die das Kürzel „M“ tragen. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge des Schweizer Militärs und des Zolls.

Blaue Kennzeichen erhalten Arbeitsfahrzeuge, die keine Sachen transportieren, sondern zum Verrichten von Arbeiten in der Forswirtschaft, im Hoch- oder Tiefbau tätig sind. Aber auch für Schneeräumfahrzeuge, Feuerwehr etc. werden blaue Kontrollschilder ausgegeben.

Kleinmotorräder und Leichtmotorfahrzeuge bekommen ein gelbes Kontrollschild. Landwirtschaftliche Fahrzeuge sind an grünen Kontrollschildern zu erkennen, wohingegen rote Kontrollschilder lediglich für Fahrrad- / Heckträger benützt werden dürfen. Sie sollen das Umhängen des hinteren Schildes vom Auto auf den Heckträger überflüssig machen.

Übersicht der Schweizer KFZ-Kennzeichen:

AG – Aargau

AR – Appenzell Ausserrhoden

Al – Appenzell lnnerrhoden

BL – Basel-Landschaft

BS – Basel-Stadt

BE – Bern

FR – Freiburg I Fribourg

GE – Genf

GL – Glarus

GR – Graubünden

JU – Jura

LU – Luzern

NE – Neuenburg I Neuchatel

NW – Nidwalden

OW – Obwalden

SH – Schaffhausen

SZ – Schwyz

SO – Solothurn

SG – St. Gallen

Tl – Tessin1

TG – Thurgau

UR – Uri

VD – Waadt I Vaud

VS – Wallis I Valais

ZG – Zug

ZH – Zürich

1Auch Einwohner der italienischen Enklave Campione d’ltalia erhalten dieses Kennzeichen

Autokennheichen im Fürstentum Liechtenstein

Der an die Schweiz angrenzende Zwergstaat Liechtenstein setzt auf das gleiche Kennzeichensystem wie die Schweiz. Statt der Kantonsabkürzung gibt es landesweit das Kürzel „FL“, das alle Einwohner des Fürstentums erhalten. Die Kennzeichen sind schwarz mit weißer Schrift. Das Fürstentum Liechtenstein ist weltweit der einzige Staat der für private Neuzulassungen noch schwarze Kontrollschilder vergibt. Unterschied zu den Schweizer Kennzeichen ist, dass bislang maximal fünfstellige Nummern vergeben werden.

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