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Der Trick mit dem Sekundenzeiger

Hans Hilfiker erschuf mit der Bahnhofsuhr einen Designklassiker
Foto: Oliver Schäfer

Warum Schweizer Bahnhofsuhren anders gehen

Sicherlich fiel es Ihnen auch schon mal auf: Die Sekundenzeiger von Bahnhofsuhren bleiben - auch in Deutschland - zur vollen Minute immer kurz stehen, dann schnappt der Minutenzeiger weiter, und erst dann setzt sich der Sekundenzeiger wieder in Bewegung. Woran das liegt und warum die Uhren trotzdem genau gehen wissen die Wenigsten. Wir erklären es Ihnen.

In der Schweiz, wie auch anderswo, verlassen die Züge stets zur vollen Minute den Bahnhof. Deshalb war es wichtig, dass alle Uhren eines Bahnhofs die selbe Uhrzeit anzeigen. Aber wie war das zu erreichen? Im Jahre 1944 hatte der Schweizer Ingenieur und Designer Hans Hilfiker (1901-1993) die Lösung: Der Sekundenzeiger wird beschleunigt und benötigt nur noch 58,5 Sekunden für eine Runde, hat also noch 1,5 Sekunden Zeit um bei der Zwölf stehen zu bleiben. Von einer zentralen Steuerung kommt dann jede Minute ein Impuls, der den Minutenzeiger weiterschnappen lässt, bevor sich der rote Sekundenzeiger wieder in Bewegung setzt. Diese Technik nennt man "Stop-to-Go". Diese gewährleistet, dass alle Bahnhofsuhren in der gesamten Schweiz stets die selbe, und zwar richtige Zeit anzeigen.
Seit ihrer Entwicklung 1944 hat sich die Bahnhofsuhr optisch nie verändert. Seit 1986 kann man diesen Klassiker nun auch am Handgelenk tragen, denn die Schweizer Uhrenmarke Mondaine hat sich der Uhr angenommen und sie (unter anderem) als Armbanduhr herausgebracht. Wer auf die "Stop-to-Go"-Funktion aber nicht verzichten kann wird kräftig zur Kasse gebeten: 219 Euro kostet das Schmuckstück laut unverbindlicher Preisempfehlung in Deutschland. Dafür erhalten Träger der Uhr freien Eintritt in das London Design Museum, wo diese Uhr wie auch im Museum of Modern Art in New York und anderen Museen ausgestellt ist.

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Unter http://www.1902-2002.ch/fun/05_screensaver/default_d.shtm kann man sich die Schweizer Bahnhofsuhr als Bildschirmschoner herunterladen. Natürlich mit Stop-to-Go-Funktion!
 

 
Ein Artikel von Oliver Schäfer