|
Genre: Quiz
Prinzip der Sendung:
Anders als im deutschen Format treten in der Schweiz nicht zwangsläufig
Familien gegeneinander an, sondern einfach Teams aus fünf Personen, egal wie
diese zusammengehören. Das Grundprinzip der Sendung ist schnell erklärt. Die
Fragen sind allesamt nach folgendem Prinzip aufgebaut: "100 Schweizerinnen
und Schweizer haben wir gefragt: »Nennen Sie...«". Punkte gibt es nicht
(zwingend) für richtige Antworten, sondern für die Antworten, die von den 100
Befragten genannt wurden. Es ist also durchaus möglich, dass ein Kandidat mit
einer richtigen Antwort leer ausgeht, während das andere Team mit einer
falschen Antwort punktet, wenn diese von den Befragten genannt wurde. Umso mehr
Leute die entsprechende Antwort gegeben haben, umso mehr Punkte gibt es.
Im Detail soll der Spielverlauf an dieser Stelle nicht erklärt werden, aber in
Kurzform sei gesagt: Jede Runde besteht aus einer Frage. Diese wird zuerst an
zwei Kandidaten, je einer pro Team, gestellt. Wer zuerst den Buzzer betätigt
darf antworten. Nennt der Kandidat nicht die Top-Antwort, darf sein Gegenüber
versuchen, eine bessere Antwort zu geben. Wer die Antwort mit den meisten
Nennungen nennt, dessen Team darf nun versuchen die restlichen Antworten
herauszufinden. Gelingt dies trotz dreier erlaubter Fehlantworten nicht, hat das
andere Team mit einer richtigen Antwort die Möglichkeit die Punkte dieser
Runde zu "stehlen".
Das Team das dann, am Ende von Runde drei, die meisten Punkte erspielt hat,
gewinnt, ist für die nächste Sendung als Titelverteidiger gesetzt und hat obendrein noch die Chance im Finale 3.000 Franken zu gewinnen - wer im fünften
Mal in Folge dabei ist spielt sogar um 30.000 Franken. Leider nicht pro Kopf,
sondern nur fürs Team.
Im Finale spielen nur zwei Kandidaten des Gewinnerteams. Einer davon geht
hinter die Bühne in die schalldichte Kabine, während der erste Kandidat
Fragen beantworten muss und zwar fünf Stück an der Zahl, für die er 20
Sekunden Zeit hat. Danach wird verglichen, wie viele der 100 Befragten die
gleichen Antworten gegeben haben - für jede Übereinstimmung gibt es einen
Punkt.
Danach ist der zweite Kandidat an der Reihe, dieser hat fünf Sekunden mehr
Zeit, darf aber nicht die gleichen Antworten geben wie der erste Kandidat. Mit
dessen Antworten wird gleich verfahren - wenn beide am Ende zusammen 200 Punkte
erspielt haben, gewinnt das Team 3000 Schweizer Franken. Ist das Team schon das
fünfte Mal dabei, dann winkt sogar der Hauptgewinn von 30.000 Franken
(abzüglich eventueller Gewinne aus den vier vorhergehenden Sendungen). Ein
Team, das fünf Mal dabei war, scheidet auch im Falle eines Gewinnes aus.
Das Format stammt aus den USA und ist dort unter dem Namen Family Feud
auf Sendung (moderiert von Richard Karn, bekannt als Al Borland aus der
Sitcom Hör mal
wer da hämmert).
Moderation:
Die Schweizer Fassung wird von Sven Epiney moderiert, den Fernsehzuschauer
aus Sendungen wie Blockbusters, Eiger, Mönch & Kunz, Al Dente oder
der VIParade kennen. Filmfreunde konnten den 1972 im Wallis geborenen
Epiney auch schon auf der Kinoleinwand sehen. Er spielte eine Nebenrolle in der
Mundartverfilmung von Gottfried Kellers Das Fähnlein der sieben Aufrechten. 2003 wurde
Epiney mit dem Prix Walo in der Kategorie Publikumsliebling ausgezeichnet. Seit
1993 arbeitet Epiney beim Schweizer Fernsehen.
Bewertung:
5gegen5 nutzt nicht nur das identische Spielprinzip wie das
deutsche Familienduell, es kann sich qualitativ durchaus auf der gleichen
Ebene behaupten. Ob es aber an den Erfolg des deutschen Formates anknüpfen
kann wird sich zeigen.
Der Reiz der Sendung ist nicht, das eigene Wissen kontrollieren zu können,
schließlich geht es nicht zwingend darum richtige Antworten zu finden,
sondern die genannten Antworten. Und nicht zuletzt kommt es immer wieder
zu recht amüsanten Antworten der Kandidaten, einige Beispiele sind auf der
Homepage der Sendung (s.u.) zu finden. Und der deutsche Zuschauer lernt bei 5GEGEN5
obendrein noch Wörter der schweizerdeutschen Hochsprache.
Sendetermine & Tickets:
Die Sendung wird von Montag bis Freitag täglich um 18.15 Uhr auf SF1
ausgestrahlt. Aufgezeichnet wird in Zürich. Tickets können telefonisch unter
der Nummer +41 (0)44 720 20 70 oder hier
kostenlos bestellt werden.
Blick hinter die Kulissen
Wir von Schweizwochen.de haben es uns nicht
nehmen lassen, einmal ein wenig hinter die Kulissen zu schauen, indem wir
uns eine Aufzeichnung der Sendung live im Studio angeschaut haben. Doch
bevor wir nach Zürich fahren konnten, mussten wir uns natürlich
Eintrittskarten besorgen. Wir entschieden uns für ein Aufzeichnungsdatum
ca. zwei bis drei Monate später und füllten das Bestellformular auf der
offiziellen Internetseite der Sendung (s.u.) aus. Die Zeit verstrich und
es tat sich nichts. Drei Wochen vor Aufzeichnung erkundigten wir uns daher
per E-Mail, ob bei der Bestellung alles funktionniert hat. Wenig später
erhielten wir einen Anruf von der Agentur, die für die Kartenverteilung
zuständig ist, und bekamen bestätigt, dass wir auf der Liste stehen und
die Karten noch kommen müssten. Doch wieder verstrich die Zeit. Es war
mittlerweile der Samstag vor dem Dienstag der Aufzeichnung - und siehe da:
die Karten kamen doch noch. Bei der Geschwindigkeit der Briefzustellung
von der Schweiz nach Deutschland hätte das aber auch schief gehen
können... Aber wie man uns versicherte hätten wir auch ohne
Eintrittskarte die Sendung besuchen können, schließlich standen wir auf
der Liste.
Ortswechsel: wir sind in Zürich. Deutlich zu früh machen wir uns auf den
Weg Richtung Fernsehstudio. Vom Hauptbahnhof braucht man ca. 40 Minuten
mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Erfreulicherweise bekommt man mit
den Eintrittskarten aber eine Anfahrtsbeschreibung mit welchen Linien man
fahren muss. Beim Schweizer Fernsehen angekommen stellen wir fest, dass
nicht nur wir zu früh da sind. Alle schon Anwesenden sind sich einig:
"Lieber zu früh als zu spät". Die Mitarbeiterinnen vom
Fernsehen sind das offenbar gewohnt und wir werden freundlich empfangen.
Nach kurzer Wartezeit werden wir in die Lounge gebeten, wo es kostenlose
Getränke und Knabbereien gibt. Jeder Besucher bekommt noch einen
"Ausweis" mit der Aufschrift "Sendung / Führung: 5GEGEN5" und dem Datum und dann geht es ab ins Studio. Bei zwei
Aufzeichnungen werden wir dabei sein, am selben Tag wurden zuvor schon
drei Folgen aufgezeichnet. Mehrere Wochen hintereinander werden so
täglich fünf Folgen aufgezeichnet, welche dann über Monate ausgestrahlt
werden. Fünf am Tag mag nach viel klingen, aber das hat durchaus einen
Sinn, so muss sich jedes Team nur zwei Tage Urlaub nehmen, denn mehr als
fünf Mal kann man schließlich nicht dabei sein.
Wie immer vor Fernsehsendungen mit Publikum wird selbiges vor der
Aufzeichnung eingestimmt und bekommt u.a. erklärt wann es klatschen soll.
Mit den üblichen Tricks werden die Zuschauer im Studio eingepeitscht und
zur Sicherheit werden schon vor der Sendung ein paar Applause geprobt. Und noch etwas
dürfte dem Besucher, der schon bei anderen TV-Aufzeichnungen dabei war,
bekannt vorkommen: das Studio wirkt im Fernseher viel größer und das
Publikum zahlreicher.
Dann erscheint Moderator Sven Epiney, wechselt ein paar Worte mit den
beiden Teams, verschwindet wieder hinter der Kulisse und die Sendung
beginnt. Geschnitten wird erstaunlich wenig, wenn alles glatt läuft gibt
es nur eine planmäßige Unterbrechung vor dem Finale. Dann nämlich wird
eine der vier Kameras abgebaut und hinter die Kulisse gebracht, wo eine
Klappe aufgeht und die Kamera dann in die Gegenrichtung filmt. Während
dieser Umgbau geschieht verabschiedet sich Sven Epiney vom Verliererteam
und es gibt noch ein Erinnerungsfoto für das Team.
Zwischen den beiden Sendungen gibt es zwanzig Minuten Pause, die Zuschauer
werden wieder in die Lounge geführt, während sich Moderator und
Gewinnerteam umziehen, schließlich sollen die Zuschauer den Eindruck
bekommen, die nächste Folge sei am nächsten Tag aufgezeichnet. Dann geht es wieder ins
Studio, wo das Publikum dieses Mal andere Plätze einnehmen soll, sonst
könnte ja einem aufmerksamen Zuschauer vor dem Fernseher auffallen, dass
da wieder die gleichen Menschen im Publikum sitzen. Die zweite Sendung ist
vorbei, aber für das Studiopublikum bleiben noch ein paar Minuten. Sven
Epiney steht bereit für Fragen aus dem Publikum. Und zu guter Letzt
nimmt sich Sven Epiney noch für jeden Fan die Zeit, der ein Autogramm
möchte.
Fazit: Wer Zeit und Lust hat, sollte nicht verpassen einmal eine
Aufzeichnung im Studio mitzuverfolgen. Schließlich ist es zum einen
kostenlos und zum anderen eine sehr spannende Angelegenheit. Die
Atmosphäre ist eine ganz andere, wenn man die Sendung live im Studio
sieht und nicht wie sonst vor dem Fernseher. Außerdem sieht man ein wenig
hinter die Kulissen und bemerkt, welch ein Aufwand eine solche Sendung
doch macht, denn selbst für eine technisch recht einfache Sendung wie 5GEGEN5
sind 40 Personen nötig.
|