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Kein Reinfall ist der Rheinfall |
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der größte Wasserfall Kontinentaleuropas |
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| Imposant thront bei Schaffhausen der Rheinfall, der größte Wasserfall in Kontinentaleuropa. |
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| Als Kind war ich aber fest davon überzeugt, dass der Rheinfall zu
Baden-Württemberg gehört und nicht zur Schweiz. Es hätte doch sein können, dass der
Rheinfall in Deutschland ist. Bloß hat das den Schweizern noch niemand gesagt?! Und da sie das nicht wissen.... Aber so weit daneben ist das gar nicht. Hätten im
Zweiten Weltkrieg, 1944, sonst die US Bomber Schaffhausen mit
Deutschland verwechselt? Die sind einfach in die neutrale Schweiz geflogen und haben
Schaffhausen angegriffen. Schließlich ist Schaffhausen die nördlichste Stadt der
Schweiz. Aber eigentlich liegt der Rheinfall in Neuhausen am
Rhein, wenige Autominuten von Schaffhausen entfernt. So, das war nun eine kurze Standortbestimmung des Rheinfalls. Ich bin mit dem Auto gekommen, ohne dass ich eine Vignette für die Schweizer Autobahn brauchte. Man muss sich nur an die blaumarkierten Autorouten halten. Ist ganz einfach, ich habe den Rheinfall auch gefunden. Wenn man mit dem Zug anreist, kann man ab Schaffhausen mit dem Bus zum Rheinfall gelangen. Wenn ich mich recht erinnere, waren die Parkplätze gratis. Zumindest hatte es an diesem Tag genügend und es waren nicht so viele andere Menschen dort, was ich sehr mag. Ich war im Frühherbst dort. Zu diesem Zeitpunkt donnern 287 Kubikmeter Wasser pro Sekunde über die Felsen. Es können aber auch mal 1.250 Kubikmeter sein (1965) oder nur 95 Kubikmeter (1921). Normalerweise sind es aber im Sommer um die 600 m³ und im Winter durchschnittlich 250 m³. So gesehen, war das ziemlich wenig, aber man stelle sich mal 1,5 Millionen gefüllte Kaffeebecher vor, dann ist das gar nicht mehr so wenig. Wenn man aber wie ich einen Heidenrespekt vor diesem atemberaubenden Wasserfall hat und einem ein bisschen unheimlich ist, dann reicht dies voll und ganz. Als ich vom Rheinfallbecken die ganze Wucht der tosenden Wassermassen auf mich wirken ließ, stieg mein Respekt noch mehr. Es war ein gewaltiges und faszinierendes Naturschauspiel. Aber ich bin nicht die einzige, die tief beeindruckt war, schon Eduard Mörike schrieb: „Halte dein Herz, o Wanderer, fest in gewaltigen Händen! Mir entstürtzte vor Lust zitternd das meinige fast. Rastlos donnernde Massen auf donnernde Massen geworfen, Ohr und Auge, wohin retten sie sich im Tumult?“ Johann Wolfgang von Goethe und Zar Alexander I von Russland haben die brodelnden Wasserfälle auch bewundert. Es gibt 3 schöne Rundwanderwege in dieser Gegend, wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, wäre die Auswahl noch größer gewesen und ich hätte noch 3 mehr gehabt. Vom Rheinfall selbst nach Schaffhausen gibt es einen dreiviertelstündigen Wanderweg. Man kann auch mit dem Ausflugsboot zum mittleren Rheinfallfelsen fahren und diesen besteigen, oder wenn man will auf die andere Seite (Zürcher Seite) weiter rheinab. Als ich von unten zugesehen habe, erstens war es Frühherbst und leicht kühl und man wäre ziemlich nass geworden. Die hatten alle gelbe Jacken an, vielleicht gibt’s die ja dazu? Aber mir war schon vom zusehen mulmig. Da habe ich dann doch lieber darauf verzichtet. Ein Boot und ich? Ja, wenn das jetzt die tosende Ostsee gewesen wäre und dort aufs Schiff, da hätte ich nicht nein gesagt. Aber dort gibt es ja auch keine Felsen. Zumindest nicht bei der Insel Fehmarn Richtung Rödby. Rhein Travel bietet sogar eine Schlauchbootsfahrt für Familien und Gruppen. Es geht vom Rheinfall bis fast nach Rüdlingen, man kann sogar ein Picknick- oder Badeaufenthalt einlegen. Das kostet für Kinder von 7 bis 12 Jahren ca. 20 Euro und für Erwachsene ca. 33 Euro. Übrigens ein Highlight ist der Nationalfeiertag. In der Nacht zum 1. August gibt es dort ein Riesenfeuerwerk. Der Beginn ist 21.45 Uhr, Eintritt beträgt 12 Franken = 8 Euro (Kinder!! bis 16 Jahre gratis). Das Parken ist auch umsonst. Ich dachte schon immer, am Bodensee wäre das Feuerwerk schön, aber hier muss es noch schöner sein. Ich habe Bilder dazu gesehen. Traumhaft. Beim Hochlaufen blieb ich immer wieder am Rand stehen und genoss den Ausblick auf den Rheinfall. Überall hat es Wasserstaubschleier, die im Sommer bestimmt sehr angenehm sind und kühlen. Sie flattern auf und verwehen, kaum dass man sie gesehen hat. Am Rheinfall gibt es 2 Schlösschen, Woerth und Laufen, das lustige ist, das jedes in einem anderen Kanton liegt. Das Schloss Laufen ist auf der Zürcher Seite, es thront hoch über dem Rheinfall und ist bequem zu erreichen. Bei beiden Schlössern gibt es ein Restaurant und einen Kiosk. In der Nähe, des Schlösschens Wörth gibt es einen Tourismus-Infopavillion. Und im Restaurant Park, das liegt direkt am Rheinfallbecken, gibt’s auch einen Kiosk mit Kartenmaterial und vielem anderem. Empfohlen werden die leckeren Fischgerichte. Ich habe natürlich auch ein Fischgericht gegessen und es hat mir sehr gut geschmeckt. Nach dem Hochwandern zum Schloss Laufen war das Essen besonders lecker.
Dieser Artikel entstand im Rahmen der Schweizwochen und wurde deshalb in abgewandelter Form auch beim Meinungsportal www.ciao.com veröffentlicht |
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| Ein Artikel von Sylvia Wagner | |||
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